Großereignis ohne großes Ereignis
Die Karlsruher Lasershow
in Saarbrücken im Juni 2004
Das hört sich interessant an, wenn man den Zeitungsartikel durchliest. In einer Tour durch verschiedene Städte im Bundesgebiet macht das Kulturamt Karlsruhe auch in Saarbrücken Station: Am Nachthimmel unserer saarländischen Landeshauptstadt sollen die Umrisse der Stadt Karlsruhe erstrahlen. Das hört sich nach einem schmackhaften Ereignis an, dass Manfred Haberstroh sich mit mir zusammen ansehen will.
Bei einer derart vollmundigen Ankündigung ist unsere Überlegung, von welchem Standort aus sich diese Show am besten beobachten lässt. Wir schauen uns die höher gelegenen Stadtteile von Saarbrücken an und entscheiden uns aber dann doch für die Westspangen-Brücke, die etwas westlich am Rande der Kernstadt liegt. Von hier aus sollte uns nichts entgehen, wenn die Laser vom Schlossplatz aus zum Einsatz kommen.
Doch zunächst einmal passiert überhaupt nichts. Wir warten und verkürzen uns die Zeit mit Diskussionen über künftige Sonnenfinsternis- Reisen. Als es gegen 0.00 Uhr nun ausreichend dunkel ist, tut sich aber immer noch nichts über unseren Köpfen. Die Schleierwolken lösen sich allmählich auf und geben den Blick zum Sternenhimmel frei.
Und da nichts passiert, beschließen wir, direkt einmal zum Ort des Geschehens zu fahren. Vor der Schlossmauer angekommen, sind wir etwas sprachlos. Die Lasershow entpuppt sich als offenbarer Test. Vom Dach des Schlosses strahlen 13 grüne Laserstrahlen in aller Seelenruhe auf markante Punkte der City. Allenfalls etwas befremdend sieht es aus, ob es beeindruckend ist, mag jeder für sich entscheiden.
Hier und da stehen ein paar Fotografen und machen von der alten Fußgängerbrücke Fotos. Ein paar Passanten fragen uns nach dem Sinn und Zweck der Veranstaltung. Nun - jetzt sind wir schon einmal hier, dann werden wir das ganze auch festhalten. Hier die Eindrücke dieser Nacht:
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Ganz begeistert berichtet uns ein Besucher aus Hamburg von seinen Eindrücken. Für uns - übereinstimmend - nicht nachvollziehbar, doch das eine oder andere ungewöhnliche Dia lässt sich dann doch noch schießen. Und die Moral von der Geschicht'? Glaube jedem Zeitungsartikel nicht!
Zumindest liest sich der Artikel am Folgetag dann etwas gemäßigter. Da ist die Rede von einer Enttäuschung, weil das Projekt entgegen der Ankündigung nicht entsprechend umgesetzt wurde. Na, da kann man den Karlsruher Planern nur mehr Einsatz und Zuspruch bei den nächsten Städtetouren wünschen.
Egal, Manfred und ich haben wie immer das beste daraus gemacht, und das sind im Zweifelsfall immer ein paar außergewöhnliche Fotos auf der Dialeinwand.